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Fuldaer Zeitung vom 27.09.2006
--> s.a.
Stellungnahme des Schulelternbeirates
Lehrer und Eltern in die Verantwortung nehmen
Kultusministerin Karin Wolff informierte sich in der Pilgerzeller Grundschule
über die Verhaltensvereinbarung
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PILGERZELL (ic) Kinder, die den Unterricht stören,
gehören heute zum Schulalltag. Die Gründe sind vielfältig: Unkonzentriertheit,
fehlende Disziplin oder Verhaltensauffälligkeiten. Diese Entwicklung beklagen
viele Lehrer, denn dadurch wird ein geregeltes Lernen gestört. Die
Florenbergschule in Pilgerzell hat jetzt gehandelt. Kollegium und Eltern haben
eine Verhaltensvereinbarung ausgearbeitet. Die Hessische Kultusministerin Karin
Wolff (CDU) findet das Projekt so interessant, dass sie sich gestern darüber in
Pilgerzell informierte. „Das Thema Erziehungsvereinbarung bewegt mich schon seit
einiger Zeit. Angesichts der aktuellen Entwicklung von immer mehr Kindern, die
sich auffällig verhalten, kommen wir gar nicht anders weiter“, erklärt die
Ministerin.
Schulleiter Gerhard Renner relativiert: „Wir haben hier keinen Notstand, die
Verhaltensvereinbarungen sind eher eine Prophylaxe, damit Schule und Elternhaus
auch weiter konstruktiv zum Wohle der Kinder zusammen arbeiten.“ Allerdings
steige die Zahl auffälliger Kinder und auch die der Eltern, die sich zu wenig um
das Schulgeschehen kümmerten, hat Renner festgestellt. Dem gelte es entgegen zu
steuern. Deshalb sei es zur Vereinbarung gekommen. Eltern, Elternbeirat und
Lehrer haben sie gemeinsam in vielen Sitzungen erarbeitet. Die Beziehung
zwischen Eltern, Schule und Lehrern müsse wieder in den Mittelpunkt rücken, um
gegenseitiges Vertrauen zu verbessern und zu erhalten, so Renner.
Ziel sei es, durch schriftlich fixierte Erwartungen und die Bereitschaft, diese
auch umzusetzen, den Schul- und Unterrichtsalltag zu verbessern und damit eine
bessere Lernatmosphäre zu schaffen. Pädagogen und Eltern sollen in die Pflicht
genommen werden. Unter anderem sieht die Vereinbarung vor, dass sich die Lehrer
engagieren und ihre Kompetenzen weiter entwickeln, Hilfestellungen geben, wenn
sich Probleme abzeichnen, soziale Kompetenz fördern, Fachwissen vermitteln und
bei Problemen auf die Eltern zugehen und ihre Hilfe anbieten. Eltern sollen die
Entwicklung des Kindes durch verschiedene Maßnahmen fördern (Vorlesen,
sportliche und musische Betätigung, geregelter Tagesablauf, wenig fernsehen),
ihren Kindern Vorbild sein, und sie bei Erfolgs- und Misserfolgserlebnissen
unterstützen. Bei der Erarbeitung der Vorgaben und Ziele habe sich gezeigt, dass
Eltern häufig ihre Kinder unterschiedlich erziehen. Da sei es nicht einfach
gewesen, einen gemeinsamen Nenner zu finden, sagt Anja Diegmüller vom
Elternbeirat.
Das Papier sei wichtig, aber noch entscheidender sei der Kommunikationsprozess,
die Umsetzung der Vorgaben im Alltag zum Wohle der Kinder, erklärt Wilhelm
Wittig, der Vorsitzende des Elternbeirates.
Karin Wolff hofft, dass mit der Vereinbarung „ein Aufmerksamkeitswert“
geschaffen werde, der Schule und Elternhaus weiterhilft.
www.florenbergschule.de
27.09.2006 Fuldaer
Zeitung
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